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KURZE GESCHICHTE ANTALYAS

Die Region Antalya war und ist seit dem Paläolithikum ein ständiges Siedlungsgebiet. Die Nennung von einigen Ortsbezeichnungen in dem Ilias Epos von Homer und die Bezeichnung dieser Region als Pamphylia in der Antike legt deutlich dar, dass in den Jahren 1200 v. Chr. diese Region besiedelt war. Die Region stand im Altertum unter der Herrschaft der Lydier, Perser und der Vorherrschaft Alexander d. Großen. Im 2. Jh. v. Chr. fiel der westliche Teil Pamphyliens in die Hände des Königs von Bergama, Attalos II. Dieser gründete an der westlichen Küste des Mittelmeeres die Stadt "Attalia", in Anlehnung seines Namens. Dies war der Vorläufer der heutigen Stadt Antalya. Nach dem Tod Attalos III. wurde es dem römischen Reich und ab dem 4. Jh. n. Chr. dem byzantinischen Reich angegliedert. Mit dem Jahre 1207 begann mit der Machtübernahme der Seldschuken in der Stadt die türkisch islamische Periode. Gegen Ende des 14. Jh.s wurde diese Region dem osmanischen Staat untergeordnet.

GESCHICHTE DES MUSEUMS

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges, als sich Antalya unter italienischer Besatzung befand, begannen einige italienische Archäologen unter dem Vorwand der Arbeit für die Kultur verschiedenste Ruinenstätte in und um Antalya zu plündern und der italienischen Botschaft auszuhändigen. Um diese Vorgänge zu stoppen, suchte im Jahre 1919 der Lehrer Süleyman Fikri Bey beim Gouverneur von Antalya an, setzte seine Versetzung zum staatlichen Honorararchäologen durch und begann durch seine Sammlung von historischen Werken die ersten Schritte zur Gründung des Museums Antalya zu unternehmen.
Das Museum begann seine Tätigkeiten im Jahre 1922 in der Alaeddin Moschee, ab dem Jahre 1937 in der Yivli Moschee und übersiedelte schließlich im Jahre 1972 in das heutige Gebäude. Im Jahre 1982 wurde das Museum aufgrund ausgedehnter Restaurationsarbeiten für Besucher geschlossen. Nach den Arbeiten, die von der Generaldirektion für Antike Werke und Museen durchgeführt wurden, wurde das moderne Museum im April des Jahres 1985 mit seinem modernen Museumsverständnis und neuer Strukturierung wieder eröffnet. Das Museum besteht aus 13 Ausstellungsräumen, einer Kinderabteilung und einer Freilichtgalerie. Die Werke, die sich ausschließlich auf die Region beziehen sind in chronologischer sowie thematischer Ordnung ausgestellt.

SALON FÜR NATURGESCHICHTE UND PRÄHISTORIE

Neben den in den drei Vitrinen ausgestellten verschiedensten Fossilien können Steinwerkzeuge, Handbeile, Schneid- und Schnitzwerkzeuge sowie Knochenwerkzeuge, die in der Karain Höhle, dem ältesten Siedlungsgebiet Anatoliens, das über alle Kulturen vom Paläolithikum bis zur römischen Periode ostrategraphische Auskunft gibt, gefunden wurden, besichtigt werden. Die Karain Höhle liegt 27 km nordwestlich von Antalya, an den Kalksteinhängen des Berges Şam. In der 10,5 m dicken Erde dieser Höhle wurden neben Fundstücken aus dem Paläolithikum auch Überreste von Zähnen und Skeletten von den im Mesolithikum lebenden Neandertalern gefunden.
Semayük ist ein Zentrum, das die Frühe Bronzezeit dieser Umgebung repräsentiert. Die Ausgrabungsstücke setzen sich hauptsächlich aus Grabfunden zusammen. Verschiedenste Formen von Gefäßen, Bürstengriffe, Götzenbilder und besonders das ausgestellte kubische Grabmal mit seinen Grabbeigaben erwecken Aufmerksamkeit. Die interessanteste Seite dieser Begrabungsform liegt darin, dass der Tote in das Grab in der Position eines Ungeborenen im Bauch der Mutter gelegt wurde.

SAAL I FÜR KLEINE AUSSTELLUNGSSTÜCKE

Die nach der Erfindung der Töpferscheibe eine große Entwicklung machende Keramikkunst wird in ihren verschiedensten Formen wie Vasen und unterschiedlichsten Verzierungen über den Zeitraum 12. Jh. v. Chr. bis 3. Jh. v. Chr. ausgestellt. Zwei Vitrinen dieser Abteilung wurden für besonders interessante Funde wie Schminkutensilien und Schmuck reserviert.

GÖTTERSAAL


Um den Hauptgott Zeus sind der Reihe nach die Götter Aphrodite, Tyche, Athena, Artemis, Nemesis, Hygieia, Hermes und Dioskuren ausgestellt. Diesen gegenüber befinden sich die ägyptischen Götter Serapis, Isis und die Söhne. Die Figuren sind römische Nachahmungen der griechischen Originale aus dem 2. Jh. n. Chr. und wurden bei den Ausgrabungen in Perge geborgen.

SAAL II FÜR KLEINE AUSSTELLUNGSSTÜCKE

Diese Ausstellungsstücke stammen aus den unterschiedlichsten Kulturepochen zwischen den Jahren 8. Jh. v. Chr. und 6. Jh. n. Chr. Die wichtigsten Werke darunter sind die Vase, die der ägyptischen Königin Benerike zugeordnet wird, ein Silberteller mit dem Relief von Athena, bronzene Statuen von Apollo und Herakles, das Haupt von Attis, die Marmorstatue von Priapos die Wohlstand symbolisiert, gebrannte Ton- und Marmorfigürchen. In der Unterwasservitrine des Saales befinden sich Fundstücke von gesunkenen antiken Schiffen.

IMPERATORENSAAL

Die schönsten Beispiele der Portraits, die die Charakteristik der römischen Bildhauerkunst darstellen, werden in diesem Saal ausgestellt. Alle Werke wurden bei den Ausgrabungen in Perge zu Tage gebracht. Die Vielzahl der Statuen des 2. – 3. Jh. n. Chr. weist darauf hin, dass dieser Zeitraum die glänzende Periode dieser Region war. Neben den Statuen der Imperatoren Traianus, Hadrianus, Septimius Severus, Sabina, Faustina, Julia Domna, Julia Soemias und Plankia Magna sind besonders interessante Stücke die Darstellungen der Drei Schönen und der aus schwarz-weißem Marmor gefertigten Tänzerin.

SAAL DER GRABKULTE


Zwei der Sarkophage des Saales sind Domitias Filiskas und der Familie zugeordnet. Auf dem Deckel sind Mann und Frau liegend dargestellt. Die Darstellungen der Erosfiguren in den Ecken sind Symbole des Glücks der Familie. Zwei weitere Sarkophage, die dem 2. Jh. n. Chr. zugeordnet werden, werden mit Herakles in Verbindung gebracht. Einer dieser Sarkophage ist das beste Beispiel für den Schmuggel von antiken Werken aus der Türkei. Ein Teil der zerbrochenen Stücke, die ins Ausland geschmuggelt wurden, wurde im Jahre 1983 in Amerika aufgefunden und später wieder an die abgebrochene Stelle montiert. Darüber hinaus werden Aschenbehälter, die dem Thema entsprechend auf einem Grund mit Erde verstreut angelegt sind, ausgestellt.

SAAL FÜR MOSAIKE UND IKONEN


Das bedeutendste Mosaik des Museums wurde bei den Ausgrabungen von Seleukeia gefunden. An der Bordüre befinden sich neben Philosophen wichtige Denker, Historiker und Mathematiker der Antike mit ihrem Namen wie Solon, Thukydides, Lykurgos, Herodotos, Demosthenes und Hesiodos. Auf einem weiteren Mosaik, das aus Seleukeia stammt, wurde Orpheus dargestellt, der mit seinem Instrument wilde Tiere verzaubert. In diesem Saal befinden sich auch Abteilungen, die Beispiele der regionalen Bildhauerkunst, Bildhauerwerkzeuge darstellen und die Technik der Bronze- Bildhauerei darlegen. Die in einem eigenen Saal ausgestellten Ikonen wurden in der Region von Antalya gesammelt und stammen im allgemeinen aus dem 18. – 19. Jh..

MÜNZENSAAL

In diesem Saal kann die Tradition der Münzprägung, ihre Technik und Ökonomie in ihrer 2500 jährigen Anwendung in Anatolien, vom 6. Jh. v. Chr. bis in die Gegenwart, verfolgt werden. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich Stadtmünzen der Regionen Pamphylien, Psidien und Lykien in chronologischer Reihenfolge aus der klassischen, hellenistischen, römischen, byzantinischen, seldschukischen und osmanischen Periode. Schwerpunkt liegt dabei auf den Münzen der Region Antalya. In dieser Abteilung befinden sich ebenso Gold- und Silberschätze.

SAAL FÜR ETHNOGRAPHIE

Der ethnographische Bereich des Museums besteht aus zwei großen Sälen, die mit einem Gang verbunden sind. Im ersten Saal werden Fayencen, Porzellan, religiöse Gegenstände, Orden und Ehrenzeichen, Stempel Uhren, Schmuckgegenstände, Schlösser und Schlüssel sowie Bekleidungsstücke ausgestellt.
Die Fayencen stammen aus der seldschukischen und osmanischen Periode. Die seldschukischen Fayencen kommen aus Aspendos, sind nach der Art Kubadâbat und gegen Mitte des 13. Jh.s nach der "sıraltı" Methode (Unterlegung mit Emaille) hergestellt. Die osmanischen Fayencen in Form eines Quadrats sind Beispiele aus İznik aus dem 15. – 16. – 17. und 18. Jh.. Fünf Porzellanteller sind Produkte der Yıldız Fabrik, die bis zum Ende des Jahre 1920 für kurze Zeit solche Produkte anfertigte. Die religiösen Gegenstände zeigen Objekte, auf die man fast in allen Regionen Anatoliens stoßen kann. Allerdings trägt der seldschukische Kuran-ı Kerim (Koran) unter den Produkten dieser Region eine besondere Bedeutung. In einer der Vitrinen werden Ehrenzeichen, Stempel, Talismane und Uhren ausgestellt. Die Talismane beinhalten Gebete und wurden zu unterschiedlichen Zwecken verwendet.
Die schönsten Beispiele der ausgestellten Schmuckgegenstände sind jene, die nach wie vor von der regionalen Bevölkerung getragen werden. Ebenso weisen die Schlösser und Schlüssel charakteristische Merkmale auf. Bekleidungsstücke, Bindallı (Decken oder Kleidungsstücke mit gold- oder Silberbestickten Blättern auf violettem Samt) und Yörük-Gegenstände (Yörük = turkmenische Nomaden im Hochland von Anatolien) können in zwei Abteilungen besichtigt werden. Die Bekleidung der Yörük ist von den Socken über Şalvar (weite Pluderhosen), Üçetek (aus mehreren übereinander liegenden Stoffen genähter Rock od. Kleid) bis hin zu Gürteln und Kopfbedeckungen detailliert dargestellt. In dem Verbindungsbereich zum zweiten Saal nehmen Gegenstände wie kalligraphische Werke, Gedichte, Urkunden u. a. Schriftstücke Platz ein.
Die Stücke des zweiten Saales werden in vier Gruppen (Teppiche, Yörük- Gegenstände, Zimmer und Waffen) eingeteilt.
Neben den regionalen Stücken und Gegenständen werden Teppiche aus Uşak, Gördes, Lâdik, Mucur, Bergama, Kula und Avanos ausgestellt. Der älteste Teppich der Kollektion ist ein Teppich aus Uşak aus dem 16. Jh.. Unter den ethnographischen regionalen Stücken nehmen die Teppiche aus Döşemealtı einen wichtigen Raum ein. Döşemealtı ist der Name einer Region im Nordosten von Antalya. Der älteste und traditionellste Teppich dieser aus unterschiedlichsten Kompositionen hergestellten Döşemealtı Teppiche ist der so genannte "Halelli". Er trägt die Charakteristik des Nomadentums und hat eine kleine Größe. Ebenso befinden sich hier wiederum aus der Region Antalya spezifische gewebte Gegenstände wie Säcke, Heybe (Doppeltaschen, die häufig Tieren umgehängt werden) und Gebetsteppiche, die verschiedenste Techniken (Sili, Cicim, Sumak, Kelim) darstellen. Diese sind gemeinsam mit Zelten ausgestellt und sind interessant zu besichtigen. In einem Teil des Saales kann ein typisches Antalya-Haus mit seinem Wohn- und Schlafzimmer sowie dem Bad betrachtet werden. In den Vitrinen befinden sich unterschiedliche Gegenstände wie Pfeil und Bogen, Messer, Waffen und Schwerte, Schießpulver, Maßeinheiten für Schießpulver u. v. m. Daneben sind Messgeräte, Musikinstrumente, Löffel und ähnliche Gegenstände ausgestellt.
Die Löffel, deren unterschiedliche Produktionsstadien vorgestellt werden, stammen aus dem Dorf Bademli bei Akseki.

KINDERABTEILUNG

Am Eingang des Museums befindet sich ein Saal, der als Kindermuseum organisiert wurde. Dieses stellt das erste in seiner Art in der Türkei dar. In den Vitrinen dieses Saals werden verschiedenste Kinderspielsachen und Sparbüchsen-Kollektionen aus den antiken Perioden ausgestellt. In dem angeschlossenen Atelier werden Aktivitäten durchgeführt, um den Kindern das Museum und die antiken Werke nahe zu bringen und ihr Interesse zu wecken. Zu bestimmten Themen wie Keramik, Bildhauerei und Malerei werden Animationen durchgeführt, die daraus entstehenden Produkte werden ebenfalls ausgestellt.

 

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